Ausgabe Januar 2002

Die Weltkonjunktur nach dem 11. September

In den letzten Monaten wurden die Wachstumsschätzungen und -prognosen sowohl für Deutschland als auch für den Rest der Welt nahezu im Wochenrhythmus zurückgenommen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung (SVR) erwartete im November 2000 für das Jahr 2001 noch eine Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Leistung um 2,8%, die Bundesregierung hoffte im Januar 2001 auf 2,75%. Ein Jahr später, im November 2001, wird das Wachstum gerade noch auf 0,6% geschätzt (SVR); im zweiten Halbjahr ist die Erzeugung von Gütern und Leistungen gegenüber dem ersten Halbjahr gesunken. Damit befindet sich Deutschland so die verbreitete Definition - seit Mitte 2001 in einer Rezession. Das hat allerdings mit dem 11. September wenig zu tun.

Rezessive Tendenzen zeichneten sich bereits im Frühjahr ab. Der Konjunkturabschwung kann im übrigen nicht überraschen, wenn man sich die Nachkriegsgeschichte vor Augen hält: Seit der ersten leichten Rezession 1958 ist es in der Bundesrepublik (und nicht nur dort) in regelmäßigen Abständen zu konjunkturellen Krisen gekommen: Die Konjunkturzyklen (gerechnet vom Hauptkrisenjahr bis zum Beginn der nächsten Krise) dauerten meist um acht Jahre: 1958/66, 1967/74, 1975/81, 1982/92, 1993/01. Länge und Verlauf hängen von vielen Faktoren ab (z.B.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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