Ausgabe Juni 2002

Mazedoniens schwieriger Weg zum Frieden

Die "Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien" ist aus den Schlagzeilen der internationalen Medien verschwunden. Der kleine Vielvölkerstaat mit dem sperrigen Staatsnamen scheint aus europäischer Perspektive wieder in jener Obskurität versunken zu sein, aus welcher er zu Beginn des vergangenen Jahres plötzlich mit einem Donnerknall aufgetaucht war. Im Januar 2001 eskalierte die bereits länger andauernde Konfrontation zwischen Teilen der albanischen Bevölkerungsminderheit und den, von slawischen Mazedoniern dominierten, Sicherheitskräften. Erst im Frühsommer vergangenen Jahres gelang es der Regierung mit Hilfe umfangreicher Waffenlieferungen aus osteuropäischen Ländern die Offensive der Rebellen aufzuhalten. Bevor es jedoch zu einer militärischen Wende kommen konnte, erreichten die Vermittler der Europäischen Union und der NATO im August 2001 die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zur Verbesserung der Situation der albanischen Volksgruppe im Land, welches in eine Verfassungsreform und eine Amnestie für den Großteil der albanischen Kämpfer mündete. Eine internationale Friedenstruppe unter der Führung der NATO hatte die Aufgabe, die Rebellen zu entwaffnen und den Schutz der internationalen Beobachter sicherzustellen.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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