"Die Vereinigten Staaten erkennen Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen den Terror an. Um die Grundlagen für einen zukünftigen Frieden zu schaffen, fordere ich Israel jedoch auf, die Übergriffe auf die palästinensisch kontrollierten Gebiete einzustellen...". So Präsident George W. Bush in seinem "Machtwort" vom 4. April d.J. an alle Beteiligten des israelisch-palästinensischen Konflikts. ("Genug ist genug" - vgl. den Wortlaut in "Blätter", 5/2002, S. 622-625) Verblüfft verfolgte die Weltöffentlichkeit, wie selbst die Worte des "mächtigsten Mannes der Welt" in der Region scheinbar ohne Echo verhallten und Scharon Bush ungerührt die Stirn bot. "Amerikas bedingungslose Unterstützung für Israel läuft den Interessen del Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten zuwider", konstatiert das britische Monatsblatt "Prospect" in seiner Aprilausgabe: "Wir brauchen eine offene, vorurteilslose Debatte darüber." (Prospect, the political and cultural monthly, www.prospect-magazine.co.uk) Eröffnet wird diese mit einem bemerkenswert nüchternen Beitrag des Amerikaners Michael Lind über "The Israel Lobby", den wir mit der freundlichen Genehmigung des Verfassers und des "Prospect" Magazine erstmals in deutscher Sprache vorstellen. - D. Red.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.