Die großen Ströme mit ihren unzähligen Nebenflüssen teilen China in drei geographische Hauptzonen ein. Der Süden wird bestimmt durch das Einzugsgebiet des Sinkiang, Zentralchina durch den Jangtse Kiang und der Norden schließlich durch den Huang He, den Gelben Fluss, an dessen Mittellauf nach chinesischer Überlieferung die Wiege des chinesischen Volkes stand. Vor mehr als fünf Jahrtausenden bildeten sich in dieser Region die ersten Ansätze einer Zivilisation heraus, und um 1000 v. Chr. hatten die Chinesen ihr Siedlungsgebiet bereits entlang des Gelben Flusses ausgedehnt und auch begonnen, im Tal des Jangtse Kiang zu siedeln. Anders als bei Euphrat und Tigris entstand die chinesische Zivilisation wohl weniger durch den Segen des Huang He als vielmehr im Kampf mit ihm. Immer wieder verlegte der Fluss nach großen Überschwemmungen sein Bett. Alles in allem, so Forschungen, hat der Wasserlauf zwischen 2278 v. Chr. und 1922 n. Chr. mindestens 418 Überschwemmungen verursacht und mindestens zehn Richtungsänderungen vorgenommen.[1] Die letzte große Verschiebung fand 1851 statt, als er seine Mündung von südlich der Halbinsel Shandong zu einer fast 500 km nördlicheren Region verlegte. Ganze Landstriche wurden dabei verwüstet und Millionen von Menschen kamen ums Leben.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.