Ausgabe Juli 2002

Wenn Solidarität in Geiselhaft mündet

Über die Schwierigkeit

Seit dem Scheitern des Friedensprozesses in Camp David bestimmen wieder militärische Gewalt und Terror das Leben in Israel und Palästina. Eine politische Lösung scheint in weite Ferne gerückt. Hanno Loewy, Gründer des Frankfurter Fritz Bauer Instituts zur Erforschung und Dokumentation des Holocaust, sorgte vor einigen Wochen mit einer ungewöhnlichen Stellungnahme für Aufsehen. Angesichts eines Konflikts, in dem beide Seiten die Grenzen des Völkerrechts längst hinter sich gelassen hätten, gebe er sein "Rückkehrrecht" nach Israel und damit "die Fiktion einer angeborenen Zugehörigkeit zur israelischen Nation" auf. Kurz darauf beschäftigte der Antisemitismus-Streit um die FDP die Öffentlichkeit und verstärkte bei Juden in Deutschland das Gefühl, wieder auf gepackten Koffern zu sitzen. Die "Blätter"-Redaktion sprach mit Hanno Loewy über Solidarität mit Israelis und Palästinensern, deutsche Debatten und das jüdische Bedürfnis nach einem "sicheren Hafen". - D. Red.

"Blätter": Herr Loewy, Sie haben kürzlich symbolisch Ihr Rückkehrrecht nach Israel zurückgegeben. 1) Das hat Ihnen sicherlich nicht nur Beifall eingebracht.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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