Ausgabe September 2004

Ende des Stabilitätspaktes?

Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland greift nur langsam. Für das Jahr 2004 wurde von den Wirtschaftsweisen zunächst ein Wachstum von 1,7 Prozent prognostiziert. Nach einer Abschwächung der Wirtschaftsprognosen im Frühjahrsgutachten haben jetzt vier von sechs Wirtschaftsinstituten ihre Wachstumserwartungen wieder nach oben korrigiert.

Angesichts des immer noch bescheidenen Wachstums ist allerdings kein ernsthafter Rückgang der Arbeitslosigkeit zu erwarten. Die durch die Strukturreformen am Arbeitsmarkt zu erwartende Reduzierung um etwa ein halbes Prozent kann bisher kaum greifen, da ein Großteil der Veränderungen noch nicht wirksam geworden ist. Lediglich im Bereich der 400-Euro-Jobs und der Ich-AGen erreichen uns Erfolgsmeldungen. Dass diese neuen Jobs nicht zu einem spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit geführt haben, kann bedeuten, dass sie reguläre Arbeitsplätze ersetzt haben - dies wäre eine niederschmetternde Erkenntnis.

Was tun? Die Antwort muss davon abhängig gemacht werden, welche Ursachen für die anhaltende Wachstumsschwäche ausgemacht werden.

Denjenigen Vertretern der Wirtschaft und neoliberal orientierten Wirtschaftswissenschaftlern, die anmahnen, die deutsche Wirtschaft müsse noch wettbewerbsfähiger werden, kann entgegengehalten werden, dass Deutschland nach wie vor Exportweltmeister ist. Von daher gibt es keine Begründung für weitere Steuersenkungen oder Lohndrückerei.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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