Ausgabe September 2004

Ende des Stabilitätspaktes?

Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland greift nur langsam. Für das Jahr 2004 wurde von den Wirtschaftsweisen zunächst ein Wachstum von 1,7 Prozent prognostiziert. Nach einer Abschwächung der Wirtschaftsprognosen im Frühjahrsgutachten haben jetzt vier von sechs Wirtschaftsinstituten ihre Wachstumserwartungen wieder nach oben korrigiert.

Angesichts des immer noch bescheidenen Wachstums ist allerdings kein ernsthafter Rückgang der Arbeitslosigkeit zu erwarten. Die durch die Strukturreformen am Arbeitsmarkt zu erwartende Reduzierung um etwa ein halbes Prozent kann bisher kaum greifen, da ein Großteil der Veränderungen noch nicht wirksam geworden ist. Lediglich im Bereich der 400-Euro-Jobs und der Ich-AGen erreichen uns Erfolgsmeldungen. Dass diese neuen Jobs nicht zu einem spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit geführt haben, kann bedeuten, dass sie reguläre Arbeitsplätze ersetzt haben - dies wäre eine niederschmetternde Erkenntnis.

Was tun? Die Antwort muss davon abhängig gemacht werden, welche Ursachen für die anhaltende Wachstumsschwäche ausgemacht werden.

Denjenigen Vertretern der Wirtschaft und neoliberal orientierten Wirtschaftswissenschaftlern, die anmahnen, die deutsche Wirtschaft müsse noch wettbewerbsfähiger werden, kann entgegengehalten werden, dass Deutschland nach wie vor Exportweltmeister ist. Von daher gibt es keine Begründung für weitere Steuersenkungen oder Lohndrückerei.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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