Ausgabe Dezember 2004

Von Fortuyn zu Van Gogh

Am 3. November wurde der holländische Filmemacher und Publizist Theo Van Gogh von einem extremistischen Muslim in Amsterdam auf offener Straße ermordet. Der Mörder, der sowohl die niederländische als auch die marokkanische Staatsangehörigkeit besitzt, hatte seine Tat gut vorbereitet und ging mit äußerster Brutalität vor. Ein Brief, der am Körper Van Goghs gefunden wurde, richtete Drohungen an Politiker, vor allem aber an die Adresse der liberalen Politikerin Ayaan Hirsi Ali. Zusammen mit ihr hatte Van Gogh, der seine Kritik bevorzugt gegen die multikulturelle Gesellschaft und den Islam richtete, im letzten Sommer den Kurzfilm Submission Part 1 gedreht. Der Film, der frauenfeindliche Texte im Koran anprangert, wurde im holländischen Fernsehen ausgestrahlt und sorgte für viel Aufregung. Es folgten Todesdrohungen an die Adressen Van Goghs und Hirsi Alis. Die Politikerin erhielt Personenschutz, während Van Gogh diesen ablehnte. Die holländischen Behörden drängten ihn auch nicht sonderlich dazu, diesen Schutz anzunehmen, denn spätestens seit dem Mord an dem Rechtspopulisten Pim Fortuyn sind Morddrohungen an Politiker und Künstler in den Niederlanden an der Tagesordnung. Angst vor einem Attentat spielte Van Gogh noch kurz vor seinem Tod mit der Bemerkung herunter: "Wenn es passiert, dann passiert es halt".

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