Ausgabe März 2005

Neue Kriege, neue Söldner

Private Militärfirmen und globale Interventionsstrategien

Als in den 90er Jahren auf dem Balkan grausame Kriege tobten und bekannt wurde, dass Dutzende von Deutschen als Söldner auf den verschiedenen Seiten kämpften, war die Empörung in der Öffentlichkeit groß. Als durchsickerte, dass auf Seiten der Kroaten vor allem deutsche Rechtsextremisten tätig waren, kam es sogar zu parlamentarischen Anfragen.

Als im letzten Jahr im Irak vier italienische Söldner als Geiseln genommen und einer von ihnen erschossen wurde, war man in Italien tief bestürzt. Die Medien überschlugen sich und das Parlament diskutierte in langen Sondersitzungen – selbst der Papst schaltete sich in das Geschehen ein. Ähnliches könnte man aus Großbritannien, Frankreich, Polen oder Portugal berichten. Doch überall legte sich der Proteststurm nach ein paar Wochen; das Thema verschwand aus den Schlagzeilen und der Alltag kehrte wieder ein.

Aber der mediale Eindruck, wonach das Söldnertum heutzutage auf ein paar Fälle zu reduzieren wäre, täuscht. Nach den Erkenntnissen des UNHochkommissars für Menschenrechte1 sind derzeit Hunderttausende von Söldnern auf allen Kontinenten tätig – und ihre Zahl wächst täglich.

Erst der Irakkrieg führte einer breiteren Öffentlichkeit vor Augen, dass sich im Söldnertum ein radikaler Wandel vollzogen hat.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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