Ausgabe Mai 2005

Standortkonkurrenz und nationale Innovationspolitik

Die Technologie-, Innovations- und Industriepolitik folgt allerorten einer dezidiert kompetitiven Zielsetzung: der Sicherung der technologischen Leistungsfähigkeit sowie der Profilierung des eigenen Wirtschafts- und Innovationsraums in der internationalen Konkurrenz der Standorte. Dies wirft die Frage auf, über welche Erfolg versprechenden Steuerungsmöglichkeiten der Nationalstaat heute noch in einem Politikfeld verfügt, das in besonderer Weise mit einer internationalen Verschränkung der wirtschaftlichen Aktivitäten, des wissenschaftlichen Austausches und der Generierung bzw. Verwertung von Innovationen konfrontiert ist.1

Variante I: Staatsmonopolistische Konzertierung

Vor allem im Bereich der Großtechnologien (zum Beispiel Transrapid, Weltraumforschung, Verkehrstelematik, Rüstung), denen auch heute in den führenden Ländern ein beträchtliches Gewicht im staatlichen Förderprofil zukommt, ist die Persistenz klassischer Muster der Innovationsförderung und Industriepolitik offenkundig. Der Staat agiert hier in seiner traditionellen Rolle als Technologietreiber und industriepolitisch aktive Steuerungsinstanz, die für das Zustandekommen und die Stabilisierung großtechnologischer Referenz- und Prestigeprojekte von zentraler Bedeutung ist.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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