Ausgabe November 2005

Hand in Hand in den Irankrieg?

Auf Initiative der Europäischen Union beschloss der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am 23. September 2005 mit 22 von 35 Stimmen eine scharfe Resolution, die den Iran beschuldigt, über zwei Jahrzehnte das eigene Atomprogramm verheimlicht und den Atomwaffensperrvertrag gebrochen zu haben.Auf Initiative der Europäischen Union beschloss der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am 23. September 2005 mit 22 von 35 Stimmen eine scharfe Resolution, die den Iran beschuldigt, über zwei Jahrzehnte das eigene Atomprogramm verheimlicht und den Atomwaffensperrvertrag gebrochen zu haben. Ende November wird sich der Gouverneursrat noch einmal mit Irans Nuklearakte befassen; dann soll nach dem Willen von EU und USA der UN-Sicherheitsrat eingeschaltet werden, um Sanktionen gegen den Iran zu verhängen.

 

Die EU besteht mit Unterstützung der USA darauf, dass der Iran auf die Urananreicherung verzichtet. Der Iran pocht dagegen auf sein Recht, diese Technologie nutzen zu dürfen. Bisher hatten nicht nur China und Russland, sondern auch die blockfreien Staaten das Ansinnen der EU abgelehnt. Diesmal enthielten sich China und Russland, und Indien stimmte dem EU-Resolutionsentwurf sogar zu. Für diese wichtige Zustimmung des traditionellen Meinungsführers der Blockfreien hatten EU und USA wirkungsvolle Lobbyarbeit geleistet.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Erfahrung der Freiheit: Die Kinder von Tschernobyl

von Olga Bubich

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl traf die armen Regionen in Belarus besonders hart. Gut eine Million Kinder aus den verstrahlten Gebieten konnten über humanitäre Programme jahrelang ein paar Wochen in anderen europäischen Ländern verbringen.