Ausgabe Dezember 2005

Wie weiter mit Europa?

Eine Diskussion

Schuppert: Jüngst hat Ulrich Beck die deutsche Soziologie der Europablindheit bezichtigt.1Wir wollen mit dieser Veranstaltung diesen Vorwurf widerlegen und die EU als einen Herrschaftsverband sui generis in den Blick nehmen.

Schuppert: Jüngst hat Ulrich Beck die deutsche Soziologie der Europablindheit bezichtigt.1Wir wollen mit dieser Veranstaltung diesen Vorwurf widerlegen und die EU als einen Herrschaftsverband sui generis in den Blick nehmen. Kommen wir also zunächst zur Frage der Verfassung: Der jüngst verstorbene Kollege Peter Glotz, der Mitglied des Verfassungskonvents war, hielt ein Scheitern der Verfassung für eine Katastrophe für die EU. Ralf Dahrendorf dagegen plädierte dafür, die Verfassungsfrage nicht so hoch zu hängen, schon weil damit gerechnet werden müsse, dass die Verfassung in einem Referendum scheitert.2 Alle dachten damals natürlich an Großbritannien – und nicht an Frankreich und die Niederlande. Deswegen zunächst die Frage an den ehemaligen Verfassungsrichter: Herr Grimm, wie ist das nun mit der Europäischen Verfassung, wird das Thema zu hoch gehängt?

Grimm: Wenn ich mich zu entscheiden hätte zwischen den Positionen von Glotz und Dahrendorf, würde ich mich eher auf der Seite von Dahrendorf wiederfinden.

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