Ausgabe März 2006

Countdown für Golfkrieg IV?

Chronologie einer globalen Krise

Nur Stunden nach Bekanntgabe der Resolution des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), mit welcher dieser für eine Übergabe der Iran-Akte an den UN-Sicherheitsrat gestimmt hatte, wies Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad den Direktor der iranischen Atomenergieorganisation, Gholamreza Aghazadeh, an, jegliche Kooperation mit der IAEO im Rahmen des Zusatzprotokolls einzustellen. Damit werden den IAEO-Inspektoren unangemeldete Besuche der Nuklearanlagen im Iran untersagt. Ferner ordnete Ahmadinedschad die umfassende Aufnahme des Atomprogramms an. Die in den Atomanlagen installierten Überwachungskameras sollen ebenfalls entfernt werden.

Damit haben nun also beide Parteien ihre Drohungen wahrgemacht. Die Allianz aus den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union hat es geschafft, Russland und China auf ihre Seite zu bringen, was einem Meisterwerk der westlichen Diplomatie gleichkommt. Immerhin hatte China im vergangenen Jahr ein Gas-Abkommen im Wert von 100 Mrd. US-Dollar (das „Jahrhundert-Abkommen“) mit dem Iran abgeschlossen, und Russland beliefert den Gottesstaat mit Waffen in beachtlicher Höhe. Auf beide Mächte hatte der Iran lange Zeit gesetzt. Doch offensichtlich wird die Front des Westens nun dichter und entschlossener. Kuba, Venezuela, Syrien und Malaysia werden den Mullahs nur wenig Beistand leisten können.

Damit droht der ganzen Region ein heißer Krieg.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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