Ausgabe März 2006

China vor dem Öko-Kollaps?

Es wäre eine eigene historische Untersuchung wert, einmal nachzuzeichnen, mit welchen Begründungen hierzulande immer wieder vor China gewarnt wird – und das mittlerweile seit weit über 100 Jahren. Offenkundig ängstigt die Fremdartigkeit der Kultur, die schiere Größe des Landes, die hohe Zahl seiner Bevölkerung, seit einiger Zeit nun auch der rasante wirtschaftliche Aufschwung. Zum anderen wird befürchtet, dass das Land einen immer größeren Anteil der natürlichen Ressourcen der Erde an sich binden, immer weiter steigende Mengen etwa an Kohlendioxid emittieren könnte, so dass die „Grenzen des Wachstums“ insgesamt sehr viel schneller erreicht werden könnten. Knappheitsprobleme sowohl bei nicht erneuerbaren Rohstoffen als auch bei der Fähigkeit der Umwelt, Schadstoffe aufzunehmen, treffen dann auch die Industrieländer.

In der Tat sind die wirtschaftlichen Wachstumsraten mit durchschnittlich acht Prozent in den letzten zehn Jahren exorbitant. Im Herbst 2005 hat China seine Wachstumsziffer für das Jahr 2004 – nach einer Korrektur der Berechnungsmethoden im Dienstleistungssektor – sogar mit 16,8 Prozent angegeben.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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