Ausgabe September 2006

Risiko Nanotechnologie

Schleichend und kaum bemerkt hat die Nanotechnologie Einzug in unser Leben gehalten. In weltweit über 200 Alltagsprodukten findet sich Nanomaterial – gemeint sind ultrafeine Teilchen, Röhren, Drähte oder dünne Filme im Bereich unter 100 Nanometer (ein Nanometer entspricht einem milliardstel Meter). Vor allem bei Sonnencremes gibt es mittlerweile kaum ein Produkt ohne die Nanopartikel Titandioxid und Zinkoxid. Aber auch Haushaltsreiniger, wetterfeste Textilien, Batterien, Pfannen, Waschmaschinen und Farben werden mit Hilfe von Nanotechnologie „optimiert“.

Dabei werden die Verbraucher als wehrlose Versuchskaninchen für Nanoprodukte benutzt. Diese kommen unreguliert auf den Markt, obwohl die Nanotechnologie erhebliche Risiken birgt – wie die Rückholaktion eines Nano- Reinigungsprodukts infolge zahlreicher Vergiftungsfälle gezeigt hat.

Derzeit liefern sich internationale Konzerne, Universitäten und Start-up- Firmen, getrieben von Prophezeiungen einer „neuen industriellen Revolution“, einen Wettlauf um Forschungsgelder und Patente. Und obwohl die EU-Kommission in ihrem Aktionsplan Nanowissenschaften und -technologie für die Jahre 2005 bis 2009 selbst zugibt, dass Toxizität und mögliche Gesundheitsgefahren, die von Nanopartikeln ausgehen, verheerender sein könnten als die auf größere Partikel zurückgehenden, sollen die EU-Forschungsmittel ab 2007 verdoppelt werden.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Technologiepolitik

Aliens unter uns?

von Ferdinand Muggenthaler

Es war ein dramatischer Appell an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Donald Trump, der Ende März in der „New York Times“ erschien. Es ging dabei jedoch nicht um die Klimakrise oder eine Friedenslösung für die Ukraine. Stattdessen forderte der Kommentator Thomas L. Friedman die beiden mächtigen Männer auf, die Künstliche Intelligenz einzuhegen.

Zuckerbergs Kniefall: Meta ist jetzt MAGA

von Johannes Kuhn

Als Donald Trump am 20. Januar zum zweiten Mal den Amtseid ablegte, bot sich ein surreales Tableau: Hinter der Familie des Präsidenten standen Mark Zuckerberg, Elon Musk, Jeff Bezos und Sundar Pichai – die mächtigsten Tech-Tycoons der Welt, vereint im Schatten eines Mannes, der einst als politischer Paria galt.