Ausgabe November 2006

Ungarn: Von Lüge und Spaltung

Eigentlich sollte der 50. Jahrestag des Beginns des ungarischen Volksaufstands am 23. Oktober 1956 ein großer Feiertag werden.

 

Eigentlich sollte der 50. Jahrestag des Beginns des ungarischen Volksaufstands am 23. Oktober 1956 ein großer Feiertag werden. Doch ein halbes Jahrhundert danach zeigt sich das Land politisch und gesellschaftlich gespalten wie nie zuvor.

Seit Mitte September wird vor dem Parlament in Budapest regelmäßig gegen die seit 2002 amtierende sozialliberale Regierung von Ferenc Gyurcsány demonstriert; dabei kam es anfangs auch zu gewalttätigen Ausschreitungen Rechtsextremer. Auslöser der Proteste war die Veröffentlichung des mittlerweile berühmt-berüchtigten Mitschnitts der „Lügen-Rede“ des Ministerpräsidenten. In ihr hatte er kurz nach seinem Wahlsieg im April seine eigene sozialistische Fraktion mit dem starken Anstieg des Haushaltsdefizits konfrontiert und betont, dass drastische Einsparungen erforderlich seien. Zugleich hatte er bekannt, das Volk im Wahlkampf über die Haushaltslage belogen zu haben, um den Wahlsieg zu sichern.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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