Ausgabe November 1993

Die Macht der deutschen Banken

Finanzgruppenbildung und personelle Verflechtung

In diesem Herbst wird der Deutsche Bundestag über die "Macht der Banken" diskutieren. Gegenstand seiner Anhörung wird der SPD-Antrag "Gegen wachsende Macht der Banken und Versicherungen und für mehr Wettbewerb bei Finanzdienstleistungen" sein. Macht im Finanzgewerbe besitzen aber vornehmlich die Großbanken. Worin besteht nun deren vielbeschworene und wenigstens ebenso häufig geleugnete Macht? Eine Antwort gibt meine Untersuchung der personellen Verflechtungen der drei deutschen Großbanken, die dieser Tage der Öffentlichkeit vorgestellt wird 1). Ein Fazit der Studie: Es existiert ein personelles Netz bislang unbekannten Ausmaßes mit insgesamt 8129 Verflechtungen! D. Verf.

Ökonomische Macht bedarf der Umsetzung durch Menschen. Hieraus erwächst die Notwendigkeit institutioneller Kontakte zwischen Personen. Dabei spiegeln solche personellen Verflechtungen zur Freude des Forschers zugleich andere Beziehungen zwischen Banken und Nichtbanken wider. Zudem trägt das Beziehungsnetz wesentlich zu dem überragenden Know-how der Banken bei. Und dieses Know-how ist ein wichtiger Aspekt der Bankenmacht. "Wissen ist Macht" sagt der Volksmund.

November 1993

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