Ausgabe Juli 1994

Nichtverbreitung mit militärischen Mitteln?

Nordkoreas Nuklearprogramm und die Strategie der Counterproliferation

Spätestens seit dem Golfkrieg steht die Gefahr der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen (Proliferation) auf der internationalen Tagesordnung ganz oben. Die Sicherheitsstrategen richten ihr Hauptaugenmerk auf die neuen "Proliferationsrisiken", an neuen militärischen Konzepten zu ihrer Bekämpfung wird gearbeitet. Hierzu gehört die Zerstörung von Kernwaffen und Produktionsanlagen ebenso wie die Abwehr von Raketenangriffen. Nordkorea dient als Beispiel für die anscheinend kaum aufzuhaltende Proliferation, der auch militärisch zu begegnen sei. Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm fällt in eine kritische Situation, denn 1995 steht die Verlängerung des Atomwaffensperrvertrages (Non-Proliferation Treaty NPT) an. Eine Verschiebung der Nichtverbreitung hin zu militärischen Prioritäten würde großen Schaden anrichten. Was also tun mit den Ländern, die man an der Schwelle zur Bombe wähnt, was mit jenen, die sich bereits in den Besitz solcher Waffen gebracht haben?

1. Der Streit um Nordkoreas nukleare Ambitionen

Das Tauziehen um Pjöngjangs Atomprogramm geht weiter.

Juli 1994

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