Ausgabe Oktober 1994

Die Ökobilanz der Koalition

Will man die umweltpolitische Leistungsbilanz der letzten Regierung Kohl erstellen, so bieten sich zur Bewertung der vorgefundenen Leistungen grundsätzlich zwei Maßstäbe an: - das Wahlprogramm der CDU von 1990 oder - die ökologischen Notwendigkeiten. Der letzte Ansatz, der umfassendste und daher zweifellos schwierigste, muß auch einbeziehen, wie weit andere Politiken die Bemühungen der Umweltpolitik konterkarieren bzw. inwieweit für sich genommen bemerkenswerte Fortschritte als im Kontext zielführende Handlungen gewertet werden können.

Während der erste Ansatz in Teil 1 dieses Textes nur die selbstreferentielle Bewertung des Regierungshandelns (zugesagt/eingelöst) ermöglicht, kann mit dem zweiten, in Teil III dieses Textes kurz skizzierten Ansatz nicht nur die Problemlösungskapazität der Regierung hinterfragt werden, er bietet auch die Möglichkeit, anhand eines gemeinsamen Maßstabs die umweltpolitischen Zielvorstellungen von Regierungs- und Oppositionsparteien auf ihre Angemessenheit hin vergleichend zu beurteilen. Dies zu tun, mag jedoch im Vorfeld der Bundestagswahl dem Leser selbst überlassen bleiben.

I. Programm und Praxis

Das Programm der CDU zur Bundestagswahl 1990 1) enthält auf knapp drei Seiten sieben Haupt- und zahlreiche Unterpunkte, an denen nicht nur ihr Inhalt, sondern auch ihre Prioritäten signalisierende Reihenfolge bemerkenswert ist.

Oktober 1994

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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