Ausgabe Januar 1995

Übernahmewelle in der Pharmaindustrie

Seit etwa zwei Jahren machen die Großunternehmen der internationalen Pharmaindustrie durch zahlreiche Akquisitionen, Beteiligungen und Kooperationen von sich reden. Auf den wachsenden Druck staatlicher Gesundheitsreformen und Kostendämpfungsmaßnahmen, sich verändernder Vertriebsstrukturen auf den Gesundheitsmärkten und auslaufender Patente für umsatzträchtige Originalpräparate haben die Großen der Branche mit einer fulminanten Übernahmewelle reagiert. Die Einkaufsliste ist mittlerweile lang. Einige Schlaglichter: - 1993 hat der US-amerikanische Branchenführer Merck für 6,6 Mrd. US-Dollar das führende Arzneimittel-Vertriebsunternehmen Medco Content Services übernommen und damit die neue Fusionswelle angestoßen; - 1994 folgte Konkurrent SmithKline Beecham und erwarb für 2,3 Mrd. US-Dollar den US-Pharmagroßhändler Diversified Pharmaceutical Services; - ebenfalls 1994 in das Vertriebsgeschäft eingestiegen ist der US-Konzern Pfitzer über ein 200 Mio. Dollar Joint-venture mit dem Unternehmen Value Health; - der Schweizer Multi Roche hat für 5,3 Mrd. US-Dollar den angeschlagenen amerikanischen Pharmakonzern Syntex gekauft und damit für teures Geld sein US-Geschäft mit freiverkäuflichen Medikamenten und Generika (patentfreie Nachahmerprodukte) gestärkt; - Hoechst hat Ende 1993 für 546 Mio.

Januar 1995

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Gesundheit

Deutschland: Planlos in den Hitzesommer

von Nick Reimer

Nur knapp schrammte Deutschland Anfang Juli an einem neuen Hitzerekord vorbei. Mit über 35 Grad in weiten Teilen des Landes war es in der ersten Hitzewelle des Jahres flächendeckend viel zu warm. Statt aber den Klimaschutz endlich ernst zu nehmen, will die schwarz-rote Bundesregierung neue fossile Gaskraftwerke mit 20 000 Megawatt Leistung bauen.

Trump zum Zweiten: Gesundheitspolitik als Kampffeld

von Andreas Wulf

Die ersten Monate der zweiten Trump-Präsidentschaft haben weltweit zu massiven „Disruptionen“ geführt – nicht nur in der Außen-, Entwicklungs-, Migrations-, und Wirtschaftspolitik, sondern auch im Feld der Gesundheitspolitik. Dies hat sowohl Auswirkungen in den USA selbst als auch in den multilateralen Organisationen, denen das Land angehört.