Ausgabe Juni 1997

Umwelt und Entwicklung - Ressourcenschutz durch Nutzung ?

Fünf Jahre nach der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro findet vom 23. bis zum 27. Juni 1997 eine Sondertagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen statt. Gegenstand der Versammlung ist eine Zwischenbilanz des Rio-Folgeprozesses. Defizite und Erfolge bei der Umsetzung der auf dem Erdgipfel erzielten Beschlüsse stehen zur Diskussion. Der Umweltgipfel von Rio gab mit seinem Aktionsplan für einen nachhaltigen Entwicklungsweg (der Agenda 21) und den Konventionen zu Klima und biologischer Vielfalt entscheidende Impulse für die globale Umweltpolitik. Bedingt durch kurzsichtige nationale Eigeninteressen und fehlende internationale Sanktionsmechanismen mangelt es jedoch an überzeugenden Aktivitäten. 1) Doch selbst wenn es gelingt, derartige Hemmnisse zu überwinden und sich die verschiedenen Akteure an eine Umsetzung der Vertragsdokumente von Rio begeben, müssen die Aktivitäten nicht immer zum Erfolg führen. Die im folgenden dargestellten Bemühungen internationaler Organisationen, Strategien zum Schutz und zur gleichzeitigen Nutzung der biologischen Vielfalt zu etablieren, verdeutlichen ein grundlegendes Problem vieler Bemühungen: die Umsetzung der theoretischen Ansätze in erfolgreiche Projekte vor Ort.

Juni 1997

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.