Ausgabe Oktober 2000

Der Fall Österreich, Neue Folge

Es ist vorbei. Ist es vorbei?

Am 4. Februar dieses Jahres wurde die aus Ministern der „Freiheitlichen Partei” (FPÖ) und der „Österreichischen Volkspartei” (ÖVP) gebildete Regierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) vereidigt. Fünf Tage zuvor hatte die portugiesische Ratspräsidentschaft die Absicht von vierzehn EU-Mitgliedstaaten erklärt, für den Fall einer Regierungsbeteiligung der „Freiheitlichen” u.a. die bilateralen Beziehungen zu Wien auf eine technische Ebene zurückzufahren (vgl. dazu: Der Fall Österreich, in: „Blätter”, 3/2000, mit Beiträgen von Balduin Winter, Gerda Zellentin und Arthur Heinrich). Nach fünf Monaten, in deren Verlauf der Unmut innerhalb der Union ob der bestehenden diplomatischen Auszeit gewachsen war, erhielten schließlich am 12. Juli Martti Ahtisaari, ehemaliger Präsident Finnlands, Jochen Frowein, deutscher Völkerrechtler, und Marcelino Oreja, ehemaliger spanischer Außenminister, vom Präsidenten des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte den Auftrag, einen Bericht über das Verhältnis der österreichischen Regierung zu den gemeinsamen europäischen Werten und über die Entwicklung der FPÖ zu erstellen. In ihrem am 8. September vorgelegten Bericht empfahlen die „drei Weisen” die Aufhebung der „Maßnahmen” gegen Wien.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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