Ausgabe Juli 2001

NS-Zwangsarbeit: Eine Zwischenbilanz

Am 30. Mai 2001 hat der Deutsche Bundestag "ausreichende Rechtssicherheit für deutsche Unternehmen in den USA" festgestellt. Damit werden erste Zahlungen aus der Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" möglich. Hoffen wir, daß nach endlosen Jahren des Wartens im Sommer 2001 die ersten Gelder bei den Überlebenden ankommen. Hoffen wir, daß die für die Auszahlungen Verantwortlichen auf die Inszenierung von Dankbarkeitsgesten der Empfänger vor laufender Kamera verzichten. Zu quälend, zu peinlich war der Weg zur ersten Zahlung insbesondere in den letzten Monaten. Jahrelang hatten die Überlebenden und ihre Unterstützer als "Kritische Aktionäre" die Forderung nach Schadenersatz für die Opfer herausgeschrien. Anläßlich runder Firmenjubiläen standen stets die gleichen Aktivisten vor den festlich geschmückten Kongreßzentren. Ein Objekt für den Werkschutz: ohne jede Aussicht auf Erfolg. Die Mehrheit der Überlebenden lebt in den Ländern Mittel- und Osteuropas. Viele wußten am Monatsersten nicht, ob sie die Miete bezahlen oder ausreichend Lebensmittel einkaufen sollten. Keine Gefahr also für Deutsche Bank, Mercedes-Benz oder Allianz.

In den Chefetagen deutscher Weltfirmen hatte man die Beteiligung der Unternehmen an NS-Verbrechen längst verdrängt. Selbst als am 4.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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