Ausgabe Juli 2001

Hypermacht und Unilateralismus

Außenpolitik unter George W. Bush

Für die amerikanische Außenpolitik veränderten sich innerhalb von wenigen Wochen die Machtverhältnisse und damit auch die Wahrnehmung über die Rolle der USA in den internationalen Beziehungen. Die Bilanz nach 100 Tagen Außenpolitik unter George W. Bush gab noch vielfach Anlaß für die Sorge, die US-Außenpolitik könnte in eine gefährliche Sackgasse führen. Die Hypermacht, die keine Rücksicht auf die Interessen anderer nehme und Verbündete wie Gegner rücksichtslos vor den Kopf stoße, provoziere am Ende Konflikte, die zu Wettrüsten und Kriegsgefahr führten. Doch seit kurz darauf Senator James M. Jeffords den Republikanern den Rücken kehrte und damit das gesamte Machtgefüge in den USA in Bewegung brachte, ist von der unbeschränkten Handlungsfreiheit der Regierung Bush keine Rede mehr. Das politische System der USA beschränkt sich selbst; in wichtigen Fragen wird die Bush-Administration keine Mehrheit für ihre Projekte mehr finden. Der ultrakonservative William J. Bennett brachte das auf den Punkt: Der Honeymoon ist vorbei, wenn das lachende Gesicht in der Tür Tom Daschle gehört. Der nämlich ist neuer Mehrheitsführer im Senat und Demokrat. Bush muß nun also Kompromisse schließen.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Der Lieferketten-Backlash – und was trotzdem bleibt

von Armin Paasch, Miriam Saage-Maaß

Nach langem Ringen hat das Europäische Parlament am 16. Dezember 2025 dem sogenannten Omnibus-I-Paket zugestimmt, das zentrale Regelwerke des European Green Deal »vereinfachen« soll. Tatsächlich hat die Europäische Volkspartei damit allerdings nicht vereinfacht, sondern vielmehr die »Brechstange« (Manfred Weber, CSU) an die EU-Lieferkettenrichtlinie angesetzt.

Globales Elend und die Diktatur der Superreichen

von Ute Scheub

Sie düsen in Privatjets um die Welt, um Immobilien und Konzernketten an sich zu reißen. Sie kaufen ganze Landschaften und Inseln, um sich dort im größten Luxus abzukapseln. Sie übernehmen Massenmedien, um sich selbst zu verherrlichen und gegen Arme und Geflüchtete zu hetzen.

Flucht vor der Verantwortung: Lieferkettengesetze am Ende?

von Merle Groneweg

Der 11. September erinnert nicht nur an den Einsturz des World Trade Centers in New York, sondern auch an eine der schwersten Katastrophen in der Textilindustrie: den Brand in der Fabrik Ali Enterprises in Karatschi, Pakistan.

Mythos grüne Digitalisierung

von Ingo Dachwitz, Sven Hilbig

Unter dem KI-Boom leidet vor allem der Globale Süden: durch Ausbeutung billiger Arbeitskräfte und Ressourcen, als Empfänger von Elektroschrott und durch den beschleunigten Klimawandel. Positive Veränderungen können nur gelingen, wenn die EU gleichberechtigte Partnerschaften mit den betroffenen Ländern schließt.