Ausgabe November 2001

Die Bosnien-Connection des Osama bin Laden

"Wir wissen, daß Mitarbeiter und bin Laden selbst auf dem Balkan gewesen sind", erklärte der griechische Außenminister Georgios Papandreou am 19. September. Zuvor hatte Athens Presse berichtet, daß Osama bin Laden und "zahlreiche seiner Mitarbeiter" im Februar 2001 nach Albanien und dem Kosovo gereist waren "möglicherweise auch durch Griechenland". 1) Inspizierte der Dirigent eines internationalen terroristischen Netzwerks 2) dessen balkanischen Teil? Wer kennt die Möglichkeiten, Pläne und koordinierenden Kompetenzen des Osama bin Laden? Ein messianischer Eiferer, mit organisatorischen Fähigkeiten und finanziellen Mitteln bestens versehen, rekrutiert in ökonomisch unterentwickelten und politisch destabilisierten Krisenregionen ideologisierte Anhänger, steigert deren anfänglich unbestimmte Frustration bis zum zielgerichteten Fanatismus und kommandiert sie im gegebenen Moment zu Aktionen, die als Unternehmen aus der eigenen Ideologie heraus legitimiert sind und deren "selbstmörderische" Natur durch irdische oder transzendente Verheißungen mehr als ausgeglichen wird.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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