Die "Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien" ist aus den Schlagzeilen der internationalen Medien verschwunden. Der kleine Vielvölkerstaat mit dem sperrigen Staatsnamen scheint aus europäischer Perspektive wieder in jener Obskurität versunken zu sein, aus welcher er zu Beginn des vergangenen Jahres plötzlich mit einem Donnerknall aufgetaucht war. Im Januar 2001 eskalierte die bereits länger andauernde Konfrontation zwischen Teilen der albanischen Bevölkerungsminderheit und den, von slawischen Mazedoniern dominierten, Sicherheitskräften. Erst im Frühsommer vergangenen Jahres gelang es der Regierung mit Hilfe umfangreicher Waffenlieferungen aus osteuropäischen Ländern die Offensive der Rebellen aufzuhalten. Bevor es jedoch zu einer militärischen Wende kommen konnte, erreichten die Vermittler der Europäischen Union und der NATO im August 2001 die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zur Verbesserung der Situation der albanischen Volksgruppe im Land, welches in eine Verfassungsreform und eine Amnestie für den Großteil der albanischen Kämpfer mündete. Eine internationale Friedenstruppe unter der Führung der NATO hatte die Aufgabe, die Rebellen zu entwaffnen und den Schutz der internationalen Beobachter sicherzustellen.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.