Ausgabe August 2002

Offener Brief an Rot-Grün mit der Bitte, das Werben um Wählerstimmen mit sachhaltigen Argumenten zu versehen

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie werden mir nachsehen, dass ich die eher unüblich gewordene Form eines Briefes wähle, um Ihnen einige Bedenken bezüglich Ihrer Wählbarkeit aus dem kleinen Segment einer Wählergruppe vorzutragen, die Sie ansonsten mit für Sie gewiss guten Gründen während der letzten vier Jahre kaum berücksichtigt haben. Doch sind die Zeiten nicht immer so, wie man sie sich wünscht, und wenn die demoskopischen Prognosen – auf die Sie, wenn sie für Ihre Belange negativ aussehen, ja nichts geben, die Sie aber, sollten sie mal etwas freundlicher wirken, durchaus nicht verschmähen – Recht behalten sollten, wird das rot-grüne Experiment durch den Willen des wählenden Souveräns im Herbst abgebrochen und durch jene große Koalition ersetzt, die der noch amtierende Kanzler eigentlich schon vor vier Jahren wünschte. Jedenfalls ist uns nicht entgangen, dass auch für Sie die Zeiten rauer werden und wir nun, ein paar Wochen vor der Bundestagswahl, aus ihren Mündern Äußerungen hören, die man als ein Werben um die Stimmen der Linken deuten könnte.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Parteien