Ausgabe November 2002

Afghanische Ungewissheiten

Der Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan im November 2001 bot der internationalen Gemeinschaft eine präzedenzlose Chance, in einem ständigen Unruheherd Frieden und Sicherheit wiederherzustellen. Zehn Monate später hat sie allem Anschein nach versagt. Die zunehmende Unsicherheit in Afghanistan, die durch eine Reihe von Anschlägen gegen hochrangige Mitglieder der Zentralregierung und gelegentliche Kämpfe zwischen ethnischen Gruppen gekennzeichnet ist, bringt die Zukunft der neuen Regierung in Gefahr. Die Einsetzung der afghanischen Übergangsregierung unter Präsident Hamid Karsai verband sich mit der Hoffnung und dem Versprechen, dass die Unsicherheit abnehmen würde. Doch obwohl die afghanische Übergangsregierung große Schritte getan hat, sind die Gesetzlosigkeit und Zersplitterung, an denen viele Vorgängerregierungen scheiterten, wieder hervorgetreten. Die Verschlechterung der Sicherheitslage wurde zum Teil dadurch hervorgerufen, dass die größeren Geberstaaten ihre in Afghanistan eingegangenen Verpflichtungen nicht eingehalten haben.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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