Ausgabe Januar 2003

Alle unsere Hoffnungen sind zerbrochen

Gewalt und Unterdrückung in Westafghanistan: Bericht von Human Rights Watch (Auszüge)

Anfang November stellte Human Rights Watch (www.hrw.org) in New York den 51seitigen Bericht „All Our Hopes Are Crushed: Violence and Repression in Western Afghanistan“ der Öffentlichkeit vor. Darin werden Menschenrechtsverletzungen in der afghanischen Provinz Herat durch den lokalen Gouverneur und Warlord Ismail Khan sowie die Zusammenarbeit der USA mit diesem dokumentiert. Anfang Dezember kam es in Herat zu Kämpfen zwischen den Truppen Ismail Khans und denen des paschtunischen Milizenführer Amanullah Khan, der dem Gouverneur vorwarf, die paschtunische Minderheit aus dem Gebiet vertreiben zu wollen. Die USA bombardierten die Frontlinien, nachdem – ihren Angaben zufolge – in der Region stationierte amerikanische Soldaten von Milizen beschossen worden waren, und setzten dabei erstmals seit Monaten wieder B-52-Bomber in Afghanistan ein. Wir veröffentlichen die Zusammenfassung des Berichts. – D. Red.

 

[Ismail Khan ist] eine gewinnende Persönlichkeit.... Er ist nachdenklich, bedacht und selbstbewusst.... Ich könnte Ihnen erzählen, worüber wir geredet haben, aber ich werde es nicht tun. Donald Rumsfeld, Verteidigungsminister der USA, anlässlich eines Besuchs bei Ismail Khan in Herat, 29. April 2002

Ismail Khan und seine Gefolgsleute – ihre Hände sind voll Blut. Für sie macht es keinen Unterschied, ob sie einen Vogel töten oder einen Menschen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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