Ausgabe Mai 2005

Unter Freunden?

Die deutsch-russische Interessenallianz

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland haben sich seit dem Ende des Ost-West-Konflikts grundlegend gewandelt. 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind sie weitgehend unbelastet von der Vergangenheit – zumindest für die politischen Eliten beider Länder. Es gibt zwischen Deutschland und Russland weder ungeklärte Territorialfragen (auch nicht Königsberg/Kaliningrad) noch ethnisch-religiöse Spannungen, wie sie andernorts das Verhältnis zwischen Staaten vergiften. Strittige Themen wie die kaum gelöste Beutekunstfrage oder die Rehabilitierung der in Russland lebenden deutschen Minderheit belasten es nicht wirklich.

Während in Russland die Beziehungen zur Bundesrepublik kein Thema zu sein scheinen, werden diese hierzulande jedoch immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Der herzliche gegenseitige Umgang der deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder mit den russischen Präsidenten Boris Jelzin und Wladimir Putin hat die jeweilige Opposition und auch die deutsche Öffentlichkeit schon mehrfach irritiert, weil brisante Themen wie Tschetschenien unter Verweis auf die Vorzüge der "stillen Diplomatie" in den Gesprächen der beiden Staatschefs ausgeklammert wurden.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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