Ausgabe April 2007

Nordkorea: Vom Schurken zum Gewinner

Am 13. Februar 2007 haben sich die USA und Nordkorea im Rahmen der Sechsergespräche in Peking auf ein Abkommen zur Nuklearabrüstung geeinigt. Ein Ergebnis, das noch im Dezember 2006 beinahe undenkbar erschien. Umso mehr stellt sich die Frage, wie die Ergebnisse zu bewerten sind.

In einem ersten Schritt sieht das Abkommen die Stilllegung der nordkoreanischen Atomanlagen unter Aufsicht der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) innerhalb von 60 Tagen vor. Im Gegenzug erhält Nordkorea 50 000 Tonnen dringend benötigtes Schweröl. Außerdem verpflichten sich die USA, die eigenen Beziehungen zu Nordkorea zu normalisieren und das Land von der Liste der Terror unterstützenden Staaten zu streichen. In Zukunft sind zudem umfassende Friedensverhandlungen zwischen den USA, Nordkorea, Südkorea und China geplant. Zur Umsetzung des Vertrages sollen fünf Arbeitsgruppen gebildet werden, um die atomtechnischen, wirtschaftlichen und politischen Fragen zu diskutieren, die sich aus der Denuklearisierung Nordkoreas ergeben. Anfang und Mitte März haben bereits die ersten Treffen der Chefunterhändler stattgefunden, auf denen über die Wiederaufnahme der Überwachung der Atomanlagen verhandelt wurde. Nach Ablauf der 60-Tage-Frist im April ist dann ein weiteres Treffen aller sechs Außenminister geplant.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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