Ausgabe April 2007

Nordkorea: Vom Schurken zum Gewinner

Am 13. Februar 2007 haben sich die USA und Nordkorea im Rahmen der Sechsergespräche in Peking auf ein Abkommen zur Nuklearabrüstung geeinigt. Ein Ergebnis, das noch im Dezember 2006 beinahe undenkbar erschien. Umso mehr stellt sich die Frage, wie die Ergebnisse zu bewerten sind.

In einem ersten Schritt sieht das Abkommen die Stilllegung der nordkoreanischen Atomanlagen unter Aufsicht der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) innerhalb von 60 Tagen vor. Im Gegenzug erhält Nordkorea 50 000 Tonnen dringend benötigtes Schweröl. Außerdem verpflichten sich die USA, die eigenen Beziehungen zu Nordkorea zu normalisieren und das Land von der Liste der Terror unterstützenden Staaten zu streichen. In Zukunft sind zudem umfassende Friedensverhandlungen zwischen den USA, Nordkorea, Südkorea und China geplant. Zur Umsetzung des Vertrages sollen fünf Arbeitsgruppen gebildet werden, um die atomtechnischen, wirtschaftlichen und politischen Fragen zu diskutieren, die sich aus der Denuklearisierung Nordkoreas ergeben. Anfang und Mitte März haben bereits die ersten Treffen der Chefunterhändler stattgefunden, auf denen über die Wiederaufnahme der Überwachung der Atomanlagen verhandelt wurde. Nach Ablauf der 60-Tage-Frist im April ist dann ein weiteres Treffen aller sechs Außenminister geplant.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Euphorie und Ernüchterung: Bangladesch nach dem Aufstand

von Natalie Mayroth, Dil Afrose Jahan

Im September fanden an der Universität Dhaka, einer der wichtigsten Hochschulen Bangladeschs, Wahlen zur Studentenvereinigung statt. Manche sehen sie als Testlauf für die nationalen Wahlen. Daher ist es ein Warnsignal, dass dort ausgerechnet der Studentenflügel der islamistischen Jamaat-e-Islami gewann.