Ausgabe Mai 2007

Kampf um Kurdistan

„Eine Operation in den Irak ist notwendig“, erklärte der türkische Generalstabschef, Yasar Büyükanit, am 12. April. Die von Ankara als Terrororganisation eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) habe ihre Stellungen im Nordirak mit Unterstützung der dortigen Führung immer weiter ausgebaut und ihre Überfälle auf die Türkei beträchtlich intensiviert; nach Angaben der Armee sind alleine in der ersten Aprilwoche zehn türkische Soldaten getötet worden.

Mit der Ankündigung des Generalstabschefs droht dem kurdisch-türkischen Konflikt, in dem in den vergangenen Jahrzehnten über 37 000 Menschen getötet, 3600 Weiler und Dörfer zerstört und etwa drei Millionen Kurdinnen und Kurden vom türkischen Militär vertrieben wurden, eine erneute Eskalation.

Vertane Chance auf Frieden

Dabei hat Ankara in den vergangenen Jahren die Chance für eine politische Lösung des Konflikts wiederholt verstreichen lassen. Bereits nach der Inhaftierung ihres Führers Abdullah Öcalan im Jahre 1999 hatte die PKK einen einseitigen Waffenstillstand verkündet und sich vom Ziel eines eigenen Kurdenstaates auf dem Boden der Türkei verabschiedet. Stattdessen erklärte die Guerillaorganisation, nunmehr für eine politische Lösung im Rahmen des türkischen Nationalstaates einzutreten.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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