Ausgabe April 2008

Kuba nach Fidel

Es scheint das Ende einer Ära: Als Raúl Castro am 24. Februar 2008 die Nachfolge seines Bruders Fidel als Vorsitzender des Staatsrates antrat, besiegelte dies die fast 50 Jahre währende Herrschaft des heute schwerkranken „Máximo Líder“, Fidel Castro.

Ob Raúl Castro der politische Erbe Fidel Castros sein wird oder doch eher – wie von ihm immer wieder hervorgehoben – die Kommunistische Partei, ist eine offene Frage. Denn derzeit ist noch unklar, welche politischen Veränderungen im Einzelnen von der Amtsübertragung zu erwarten sind. So sind die Gewichte der verschiedenen einflussreichen Gruppen bei der Besetzung des Staatsrats offenbar nicht neu verteilt worden, und auch die Machtausübung der herrschenden Führungsclique bleibt weiterhin schwer durchschaubar. Bislang hat sich die alte Garde der Revolutionäre – im Anschluss an die jüngsten Staatsratswahlen – zu den „wahren Reformern“ erklärt: Unter ihrer Ägide sollen eine Reform der Wirtschaft und eine vorsichtige Öffnung der Gesellschaft vollzogen werden.

Unmittelbar nach den Parlamentswahlen vom 20. Januar 2008 wurde in Kuba noch erwartet, dass es nach der Verjüngung der Abgeordneten möglicherweise auch zu einem Generationenwechsel im Staatsrat kommen könnte.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Lateinamerika