Ausgabe Oktober 2008

Rätsel Ölpreis

Ob USA oder China, Russland oder Indien: Erdöl schmiert die gesamte Weltwirtschaft. Kein Preis spielt deshalb eine derartig große globale Rolle wie der für das Fass Rohöl. Und das umso mehr, als er seit geraumer Zeit schier explodiert.

Dabei hatte noch vor zehn Jahren, auf seinem historischen Tiefpunkt im Jahr 1998, der Preis für ein Barrel gerade mal 13 US-Dollar betragen. Doch ab 2004 änderte sich die Lage grundlegend. Seither erhöhte sich der Preis bis Mitte Juli 2008 auf 147 US-Dollar je Fass – der bisher höchste Stand in der Geschichte.

Für nahezu alle Beobachter und Wirtschaftstheoretiker kam dieser rasante Preisanstieg völlig unerwartet. Denn noch Ende des letzten Jahrzehnts hatten sich die OPEC-Staaten auf einen mittleren Preiskorridor zwischen 22 und 28 US-Dollar pro Fass geeinigt. Diese Entscheidung beruhte zum einen auf der politischen Entspannung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran (unter dem reformorientierten Präsidenten Khatami) und zum anderen auf der Einsicht, dass die Modernisierung der Produktionsanlagen und die Aufrechterhaltung der Förderkapazitäten erhebliche Investitionen erfordern. In der Folge bewegte sich der Ölpreis bis 2003 innerhalb des vereinbarten Preiskorridors.

Doch seither spielen die Preise scheinbar verrückt. Wie aber erklärt sich die regelrechte Preisexplosion?

An Erklärungsversuchen mangelt es nicht.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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