Ausgabe August 2009

Die Partei der Kasernen: Der Aufstieg der Wächterarmee

Die spontanen Massendemonstrationen gegen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad und für seinen Herausforderer Mir Hussein Mussawi nach den offenbar manipulierten Präsidentschaftswahlen vom 12. Juni d. J. wurden inzwischen auf brutale Weise niedergeschlagen. Zahlreiche Menschen kamen dabei zu Tode, unzählige befinden sich noch immer in Haft.

Manipulation und Gewalt kamen jedoch keineswegs über Nacht. Schon vor dem umstrittenen Wahlausgang kritisierten Reformer und gemäßigte Konservative die offene Parteinahme für die Rechtskonservativen und deren prominenteste Person, den amtierenden Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad, durch „manche Institutionen und Kräfte“. Gemeint war damit vor allem die mächtige „Wächterarmee der islamischen Revolution“ – hierzulande auch als „Revolutionsgarden“ oder „Revolutionswächter“ bekannt. Sie erlebte in den letzten Jahren einen beispiellosen Aufstieg und wurde zu einer der wichtigsten Institutionen des Landes. Im Vorfeld der Wahl setzten die Wächterarmee und die mit ihr verbundene Volksmiliz (basidsch) nicht nur ihre landesweiten Mobilisierungs- und Einflussmöglichkeiten ein, sondern drohten zwei Tage vor dem Urnengang offen mit einem Staatsstreich für den Fall, dass Mussawi gewinnen sollte.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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