Ausgabe September 2009

Worauf es ankommt

Ein Jahr nach dem Banken-Crash

Das fesselndste Thema dieser Tage ist zweifellos die weltweite Wirtschaftskrise. Sie erfasst jedes Land, weltweit, auch die Entwicklungsländer. Eine Zeit lang hielt sich der Mythos, es werde zu einer Entkopplung kommen – die Krise, die in den USA begann, werde Europa und die Entwicklungsländer nicht in Mitleidenschaft ziehen. Ganz offenkundig kam es anders. Globalisierung bedeutet eben, dass wir es jetzt mit einer integrierten Weltwirtschaft zu tun haben, dass es also für kein Land der Welt folgenlos bleiben kann, wenn das reichste unter ihnen wirtschaftlich einbricht.

Darüber hinaus hat die Art und Weise, in der die Globalisierung gehandhabt wurde, es den Vereinigten Staaten gestattet, ihre toxischen Hypotheken in aller Herren Länder zu exportieren. Hätte der Rest der Welt ihnen nicht so viele davon abgekauft, wäre der Absturz in den USA noch viel schlimmer ausgefallen. Auf dieser Krise klebt unübersehbar das Etikett „Made in the USA“. Die Vereinigten Staaten haben ja nicht nur ihre toxischen Hypotheken exportiert, sondern auch die Deregulierungsideologie, die andere dazu brachte, solche Dinge zu kaufen, und zugleich dafür sorgte, dass die Regulierungsbehörden anderer Länder nicht einschritten.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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