Ausgabe Februar 2010

Olympia 2018: Desaster mit Ansage

Während in Vancouver die letzten Vorbereitungen für die 21. Olympischen Winterspiele getroffen werden, plant man an anderer Stelle längst die kommenden Olympiaden. Bereits am 2. Juli 2009 war im Sportteil der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu lesen, der Sportausschuss des Bundestags habe sich mit den Stimmen der großen Koalition sowie der FDP „hinter die Bewerbung der Stadt München für die Olympischen Winterspiele 2018 gestellt“. 

Wobei festzustellen ist: Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen dieser Winterspiele werden nicht in München stattfinden, sondern in der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und in Schönau am Königsee (dem Ort der Bob- und Rodelwettbewerbe) – beides Ortschaften, die direkt in den Alpen liegen.

Kritik am Beschluss des Bundestags kam denn auch prompt von Ökologieverbänden, aber auch von vielen kompetenten Sportberichterstattern und Fachleuten, die sich seit Jahren mit der Vergabepraxis des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der Finanzierung der Spiele und der zunehmenden Ökonomisierung des Sports unter dem Deckmantel von Völkerverständigung und Frieden beschäftigen.

Der damalige Vorsitzende des Sportausschusses, Peter Danckert von der SPD, wies dagegen darauf hin, dass Kritik an diesem „nationalen Projekt“ nicht erwünscht sei, damit kein „uneinheitliches Bild“ entstehe.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.