Ausgabe Mai 2010

Südkoreas "Green New Deal"

Die Weltwirtschaftskrise ist auch am stark exportabhängigen Südkorea nicht spurlos vorbeigegangen. Dennoch steht das Land wirtschaftlich deutlich besser da als die Konkurrenz. So konnten Bankenkrisen bisher vermieden werden, und die wirtschaftlich bestimmenden Großunternehmen – überwiegend Mischkonzerne unter autokratischer Leitung von Familien (Jaebol) – erwiesen sich als relativ stabil, sieht man einmal von der die Asiana-Fluglinie kontrollierenden Kumho-Gruppe ab. Daher konnte Südkorea im Jahr 2009, im Unterschied zu anderen industrialisierten Ländern, einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts vermeiden. Auch die Staatsverschuldung ist im internationalen Vergleich immer noch niedrig – trotz der staatlichen Stimulierungsmaßnahmen des vergangenen Jahres.

Südkoreas Präsident Lee Myung-bak, der sich gegenwärtig in der Mitte seiner fünfjährigen Amtszeit befindet,[1] hat die „Krise als Chance“ für sich und seine Regierung zu nutzen versucht und ist seinen – so das „Wall Street Journal“ – „keynesianischen Instinkten“ gefolgt.

In der Tat hat die Lee-Regierung sich auf klassische wirtschaftliche Lenkungsmaßnahmen besonnen und die politisch angeleitete Bank von Korea auf eine Niedrigzinspolitik festgelegt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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