Ausgabe April 2011

Feindbild Muslim

Antimuslimismus oder Islamophobie – eine Begriffsklärung

Die gegenwärtige Revolution in der arabischen Welt beeinflusst auch unseren Blick auf den Islam. Hatten sich viele seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 daran gewöhnt, die hiesigen Muslime primär unter dem Gesichtspunkt des islamischen Fundamentalismus zu betrachten, erhalten nun, angesichts der Revolutionen, all jene argumentative Unterstützung, die schon lange von einem Phänomen der ungerechtfertigten „Islamophobie“ sprechen.

Tatsächlich lässt sich in vielen westlichen Ländern eine Zunahme von Ressentiments und Vorurteilen gegenüber Muslimen finden, wofür folgendes Ergebnis aus einer repräsentativen Umfrage von 2010 steht: Danach stimmten 58,4 Prozent der Befragten der Forderung „Für Muslime in Deutschland sollte die Religionsausübung erheblich eingeschränkt werden“ „voll und ganz“ oder „überwiegend“ zu.[1]

Um dieses gesellschaftliche Phänomen analytisch zu fassen, findet der Begriff „Islamophobie“ immer stärker Akzeptanz und Breitenwirkung. Man kann zwar noch nicht von einer offiziellen Anerkennung, aber sehr wohl von einer tendenziellen Etablierung sprechen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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