Ausgabe August 2011

Ostasien auf Integrationskurs?

Ende Juni d. J. besuchte Chinas Ministerpräsident, Wen Jiabao, die Bundesrepublik.Bereits vor dem Gipfeltreffen der beiden weltweit führenden Exportnationen hatte Peking die Zusammenarbeit ausdrücklich gelobt: Das Reich der Mitte sieht sich Deutschland gar in einer „strategischen Partnerschaft“ verbunden – von der Kooperation bei der Bankenaufsicht über Wissenschaft und Technologie bis zum Jugendaustausch

Diese Bewertung lässt aufhorchen angesichts der wirtschaftlich, aber auch sicherheitspolitisch immer bedeutsameren Rolle Chinas. Denn Peking erlangt mehr und mehr Dominanz in der ostasiatischen Region.[1]

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob das Land in absehbarer Zeit Teil einer machtvollen Ostasiatischen Gemeinschaft werden wird. Erstmalig vor 20 Jahren von der Expertengruppe East Asia Vision Group ins Spiel gebracht, wird das Ziel der Schaffung einer Ostasiatischen Gemeinschaft regelmäßig auf den Gipfeltreffen der „ASEAN+3“ bestätigt. Darunter fallen die zehn Länder des „Verbands südostasiatischer Nationen“(ASEAN)[2] sowie China, Japan und Südkorea.

Weder Inhalt noch Mitgliedschaft der ASEAN+3 wurden jedoch genau definiert. Dabei sah es bis 2005 so aus, als würde mit dem Ostasien-Gipfel die tragende Institution dafür geschaffen.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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