Ausgabe September 2012

Vater Staat und Mutter Krieg: Die Geburt des Geldes

Bild: iStockPhoto

Am 18. Juli 2012 starb bei einer Notoperation Robert Kurz, einer der bedeutendsten zeitgenössischen marxistischen Theoretiker. Obwohl stets außerhalb des klassischen akademischen Betriebs tätig, sorgte Robert Kurz 1991 mit seinem „Kollaps der Modernisierung“ für großes Aufsehen. Darin entfaltet der langjährige Mitherausgeber der Zeitschrift „Krisis“, der später im Theorieorgan „EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft“ publizierte, bereits unmittelbar nach dem Ende des realexistierenden Sozialismus eine Zusammenbruchstheorie des Kapitalismus, ja der modernen Weltgesellschaft insgesamt. Infolge des Verschwindens kapitalistischer Arbeit drohe dieser ein „barbarisches Ende“ – eine Prognose von bis heute bestechender Aktualität.

Am wohl bekanntesten unter seinen zahlreichen Büchern wurde das „Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft“, das 1999 erschien und in einer Rezension der „Zeit“ als „die wichtigste Veröffentlichung der letzten zehn Jahre“ bezeichnet wurde.

Welch immensen Verlust der Tod von Robert Kurz für die linke und speziell die marxistische Theoriebildung bedeutet, zeigt auch sein jüngstes Buch „Geld ohne Wert.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (3.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema