Ausgabe November 2012

Konfrontation als Schicksal?

China, USA und die neue pazifische Konstellation

Die globale Konstellation nimmt derzeit immer schneller neue Formen an – nicht zuletzt aufgrund der zunehmend herausfordernden Haltung neuer Welt- und Regionalmächte wie China und Iran, aber auch aufgrund neuer geostrategischer Zusammenschlüsse in Lateinamerika und Afrika sowie der sogenannten BASIC-Länder – neben China sind das Brasilien, Indien und Südafrika.

Nach den Jahrzehnten der Vorherrschaft des „Westens“, insbesondere der seit dem Fall der Berliner Mauer „einzigen Supermacht“ USA, entsteht heute eine multipolare Welt, in der es nicht mehr nur ein, sondern mehrere Machtzentren gibt. Diese sind derzeit dabei, sich neu zueinander in Beziehung zu setzen, die Ausgestaltung dieser Beziehung ist jedoch noch völlig offen. Damit wird nicht nur die im Zuge des Kalten Krieges entstandene Einteilung der Welt in eine „erste, zweite und dritte Welt“ endgültig aufgehoben; die wechselseitige Neupositionierung aufsteigender und absteigender Mächte ist auch mit Wertungen gesellschaftspolitischer und zivilisatorischer Modelle verbunden. Dazu gehört auch die Neubewertung von Freiheit und Unfreiheit sowie der Bedeutung von Individualität. Insofern ist es ein bemerkenswerter Zufall, dass in diesen Novembertagen die beiden wichtigsten Führungsmächte des angehenden 21. Jahrhunderts, die USA und China, fast gleichzeitig ihr politisches Führungspersonal neu bestimmen.

November 2012

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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