Ausgabe Januar 2013

Gibt es einen Sinn der Geschichte?

»Der Fortschritt ist kein kontinuierliches Fortschreiten.
Dazwischen liegen die Katastrophen.«
Werner Mittenzwei [1]

Die Historik, die die Geschichte erforscht, bietet für jeden Zeitenwandel reflektierend und darstellend viele Vergleiche an, ökonomisch-soziale, politische und psychologische Erklärungen für Niedergangsperioden, für Weltkriege, für Revolutionen, heiße und kalte Bürgerkriege unserer Epoche und früherer Zeiten. Künstler des Wortes, des Bildes und des Klanges vermitteln Erlebnisse leidender, gequälter, herrschsüchtiger und rebellischer Menschen in Fülle. Und immer wieder bleiben bohrende Fragen offen, so etwa, ob die gegenwärtige Weltkrise der menschlichen Lebens- und Schaffenswelt zum ewigen Kreislauf der Geschichte gehört? Bleibt jenes „Menschlich-Allzu Menschliche“, das immer wieder Niedertracht in Kriegs- und Friedenszeiten hervorbringt, für immer bestehen? Die Frage nach der Natur des Menschen bewegt uns, und wenn der Mensch sich verändert, unter welchen Bedingungen, inwieweit und in welcher Richtung geschieht es? Wohin entwickelt sich überhaupt die Menschheit?

Der Ruf nach Erlösung diesseits oder jenseits der Erdenwelt ist seit Jahrtausenden nicht verhallt. Erlösung vom Übel erfleht das Gebet, das die Hoffnung aufs Jenseits richtet.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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