Ausgabe Januar 2013

Gibt es einen Sinn der Geschichte?

»Der Fortschritt ist kein kontinuierliches Fortschreiten.
Dazwischen liegen die Katastrophen.«
Werner Mittenzwei [1]

Die Historik, die die Geschichte erforscht, bietet für jeden Zeitenwandel reflektierend und darstellend viele Vergleiche an, ökonomisch-soziale, politische und psychologische Erklärungen für Niedergangsperioden, für Weltkriege, für Revolutionen, heiße und kalte Bürgerkriege unserer Epoche und früherer Zeiten. Künstler des Wortes, des Bildes und des Klanges vermitteln Erlebnisse leidender, gequälter, herrschsüchtiger und rebellischer Menschen in Fülle. Und immer wieder bleiben bohrende Fragen offen, so etwa, ob die gegenwärtige Weltkrise der menschlichen Lebens- und Schaffenswelt zum ewigen Kreislauf der Geschichte gehört? Bleibt jenes „Menschlich-Allzu Menschliche“, das immer wieder Niedertracht in Kriegs- und Friedenszeiten hervorbringt, für immer bestehen? Die Frage nach der Natur des Menschen bewegt uns, und wenn der Mensch sich verändert, unter welchen Bedingungen, inwieweit und in welcher Richtung geschieht es? Wohin entwickelt sich überhaupt die Menschheit?

Der Ruf nach Erlösung diesseits oder jenseits der Erdenwelt ist seit Jahrtausenden nicht verhallt. Erlösung vom Übel erfleht das Gebet, das die Hoffnung aufs Jenseits richtet.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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