Ausgabe Februar 2013

Von Japan bis Südkorea: Die Wiederkehr der Dynastien

In der Berichterstattung über den jüngsten Machtwechsel in China war viel von den „Prinzlingen“ die Rede. Tatsächlich verdankten der neue Parteiführer Xi Jinping und der in Ungnade gefallene Bo Xilai ihren Aufstieg wesentlich der Tatsache, dass sie Abkömmlinge bedeutender kommunistischer Politiker sind. Doch nicht nur in China, sondern auch in Nord- und Südkorea sowie in Japan wurden im vergangenen Jahr neue politische Führer ernannt oder gewählt, deren Väter oder Großväter ehemalige Machthaber sind. Besonders ins Auge stechen dabei die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye und der japanische Premierminister Shinzo Abe: Ihre demokratische Wahl steht ganz im Gegensatz zu ihrer Herkunft als Erben alter Politikerdynastien.

Südkorea: Der Wahlsieg einer Diktatorentochter

Park Geun-hye ist eine ungewöhnlich standfeste und zielstrebige Frau. Trotzdem wäre sie in der Machogesellschaft Südkoreas ohne ihren Übervater, den ehemaligen Militärdiktator Park Chung-hee, niemals Präsidentin geworden.

Dabei ist Park Chung-hee bis heute in Südkorea höchst umstritten. Zwar kommt ihm das Verdienst zu, Südkorea auf den Weg in die Moderne gebracht zu haben. Er bediente sich dabei aber brachial diktatorischer Mittel. In der koreanischen Linken ist er zudem verhasst, weil er Offizier der japanischen Kolonialarmee war.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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