Ausgabe Juni 2013

China vor der Revolution?

Die Kommunistische Partei und die Korruption

Wenn wir die Korruption nicht in den Griff bekommen, „könnte dies den Zusammenbruch der Partei und den Untergang des Staates bewirken.“ Diese Warnung richtete der scheidende Generalsekretär der KPCh, Hu Jintao, auf dem 18. Parteitag im November 2012 an seine Parteigenossen. Im Januar 2013 propagierte der neu berufene Parteichef Xi Jinping öffentlich eine Null-Toleranz-Politik gegenüber korrupten Politikern. Er schwor, sowohl „Tiger“ als auch „Fliegen“ unnachgiebig zu verfolgen – also große Tiere und kleine Fische im Partei- und Staatsapparat gleichermaßen.

Beide Spitzenfunktionäre bemühten sich, den Zorn der Öffentlichkeit in Sachen Korruption zu beschwichtigen, der überall im Lande zu machtvollen Demonstrationen geführt hatte. Doch muss man sich fragen, wie ernst Xis Worte zur Korruptionsbekämpfung zu nehmen sind. Immerhin verfügt Xis weitläufige Familie, wie die „Bloomberg News“ im vergangenen Juni berichteten, über milliardenschwere Vermögenswerte – Bodenschätze und Immobilien –, darunter auch die Beteiligung an einer Firma für Seltene Erden, die allein schon 1,73 Mrd. US-Dollar wert ist. Soll man glauben, dass Xi jetzt anfangen will, Angehörige der eigenen Familie vor den Kadi zu bringen?

Das falsche Versprechen der Korruptionsbekämpfung

Es ist durchaus nicht das erste Mal, dass Chinas Führer versprechen, gegen die Korruption vorzugehen.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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