Ausgabe Juli 2013

Die mühsame Dialektik des humanen Fortschritts 


Ob der Krieg in Libyen, die steigende Zahl von Konflikten im globalen Süden oder die infolge kriegerischer Auseinandersetzungen wachsende Schar von UN-Mitgliedstaaten (etwa nach dem Zerfall Jugoslawiens oder Sudans) – all diese Beispiele zeigen: In den mehr als 20 Jahren seit dem Ende der Bipolarität ist die Welt keineswegs friedlicher geworden.

Die jetzt vorliegende Neuauflage des zuerst 1994 im Nomos-Verlag erschienenen Monumentalwerks „Völkerrecht und Machtpolitik in den internationalen Beziehungen“ der beiden Staats- und Völkerrechtler Norman Paech und Gerhard Stuby trägt diesem Umstand Rechnung. Die Autoren haben die jüngeren Entwicklungen des internationalen Systems in ihr anspruchsvolles Werk eingearbeitet; endlich liegt ihre Arbeit in einer erweiterten und aktualisierten Fassung vor. Erschienen ist sie im VSA-Verlag.

Zentrales Anliegen dieses lehrbuchartig angelegten Werkes ist die Frage nach Krieg und Frieden, nach friedlicher Konfliktregelung, die immer und zuerst auch eine Frage nach dem Recht ist. Der thematische Bogen reicht von den Anfängen der Entwicklung des Völkerrechts im Römischen Imperium über die ersten Völkerrechtslehrer wie Augustinus und Thomas von Aquin bis in die von Hugo Grotius begründete Moderne und von dort in die unmittelbare Gegenwart.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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