Ausgabe September 2013

Utopie statt Sachzwang

Was uns Robert Jungk auf den Weg geben kann

Die Zukunft hat schon begonnen“, das ist der Titel des Buches, mit dem Robert Jungk, der vor hundert Jahren geboren wurde, vor mehr als 60 Jahren berühmt geworden ist. Wir reiten auf einem Zeitpfeil, der uns aus unserer Herkunft in „dunkler“ Vergangenheit in unsere Gegenwart und dann in die „lichte“ Zukunft katapultiert. In der Vergangenheit wurden die Fakten geschaffen, die manchmal wie ein Bleigewicht das Leben und die Entscheidungen der Gegenwart erschweren. Vergangene Aktivitäten auf den scheinbar virtuellen Finanzmärkten erweisen sich in der Gegenwart als verlustreiche Fehler, die von zukünftigen Generationen auszubaden und zu korrigieren sind. In der internationalen Klimapolitik ist bis vor kurzem Bestandsschutz vereinbart worden, der sehr schön im Englischen als Grandfathering bezeichnet wird. Gemeint ist die Erlaubnis, die Reduktionsziele der Treibhausgase zu ignorieren und so viel CO2 in die Atmosphäre zu blasen wie unsere Großväter. Die Folge ist, dass in der „lichten Zukunft“ unsere Enkel im Treibhaus schwitzen werden. Die Zukunft hat also in der Tat schon begonnen, doch nicht immer bedeutet die Zukunft auch Fortschritt.

Der Zeitpfeil kann allerdings in eine andere Zukunft gelenkt werden, wenn wir es denn wollen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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