Ausgabe Mai 2014

Deutschland ewig Kohleland: Energiewende in der Sackgasse?

Über eines, so viel vorab, gibt es keinen Streit: Die Energiewende ist eine Herausforderung von historischer Dimension. Deutsche Spitzenpolitiker stellen die Transformation unseres Energiesystems zu Recht in eine Reihe mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg oder der Herstellung der deutschen Einheit nach der friedlichen Revolution in der DDR. Schon 2007, anlässlich einer Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos, erklärte Angela Merkel – auch damals Kanzlerin einer Großen Koalition – Klimaschutz und Energieversorgung zu den „beiden größten Herausforderungen für die Menschheit“.

Deutschland hat seit dem Start der Energiewende im Jahr 2000 weit mehr erreicht als andere vergleichbare Industriestaaten. Zum Jahreswechsel 2014 waren hierzulande knapp 34 Gigawatt (sprich: 34 000 Megawatt) Windenergie installiert, 36 Gigawatt Photovoltaik, dazu Biogasanlagen mit einer Leistung von mehr als 8 GW. Alle Erneuerbaren Energien zusammen kamen auf eine Stromerzeugungskapazität von etwa 83 GW. Das Ergebnis: Ein Viertel des Stroms stammt zurzeit aus Erneuerbaren Energien, so viel wie ein Land wie Schweden insgesamt benötigt. Gleichzeitig funktioniert die Umsetzung der Energiewende nicht nur technisch, sondern auch ökonomisch. So ersparten die Erneuerbaren Energien allein im Jahr 2013 fossile Brennstoffimporte im Gegenwert von etwa zehn Mrd. Euro – Tendenz weiter steigend.

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