Ausgabe November 2014

Nobel und radikal: Kailash Satyarthi und Malala

Es hieß, die diesjährigen Friedensnobelpreisträger seien „eine sichere Wahl“, da sie sich für die Rechte der Kinder und für die faire und respektvolle Behandlung von Frauen und Mädchen einsetzen. Der Einsatz für ein Ende von Kinderarbeit, für Bildung, für starke Gewerkschaften, ökonomische Gerechtigkeit und soziale Demokratie sowie für ein Ende von Krieg und Gewalt sollte in der Tat nicht strittig sein.

Allerdings sollte man zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei den diesjährigen Trägern des weltweit renommiertesten Preises – Kailash Satyarthi aus Indien und Malala Yousafzai aus Pakistan – keineswegs um sanfte Reformer handelt. Beide sind mutig, anspruchsvoll und, ja, radikal – in ihrer Sprache und in ihrer Herangehensweise. Es ist notwendig, dies zu betonen, da die Empfänger des Friedenspreises nur allzu oft „in Weichzeichnung“ porträtiert werden – ohne einen Blick auf ihre Haltung und ihre Aktionen, mit denen sie als Friedensstifter, die die Wurzeln von Gewalt anpacken, weltweite Beachtung erlangten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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