Ausgabe August 2015

70 Jahre Hiroshima: Ächtet die Bombe!

70 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und 25 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges rücken Nuklearwaffen wieder ins politische Blickfeld: Sowohl Russland als auch die USA bringen ihre Arsenale auf den neuesten technischen Stand, von gemeinsamen Abrüstungsbemühungen ist derzeit nicht mehr die Rede. Die aktuelle Konfrontation zwischen den ehemaligen Supermächten des Kalten Krieges um die Ukraine birgt das Risiko einer – unbeabsichtigten – atomaren Eskalation.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat deutlich gemacht, dass die Ukraine für Moskau eine rote Linie darstellt. Das Baltikum wiederum bildet eine Art Achillesferse der Nato. Um diesen Mitgliedern zu versichern, dass das nordatlantische Bündnis sie gegen einen möglichen russischen Angriff zu verteidigen bereit ist, werden derzeit verstärkt Manöver mit konventionellen und potentiell nuklearen Systemen durchgeführt. Im Juni wurden mit den B2- und B52-Bombern Atomwaffenträger von den USA nach Europa eingeflogen.[1] In Spannungszeiten wie diesen kann ein solches Signal missverstanden werden: Jede Seite will Stärke demonstrieren und glaubwürdig zeigen, dass sie dem Gegenüber mehr Schaden zuzufügen vermag als umgekehrt.

Zur Abschreckung lassen die Militärs ihre Muskeln spielen. Das aber kann als ein unmittelbar bevorstehender Angriff verstanden werden.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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