Ausgabe Januar 2017

Gaza ohne Partner

Über die dramatischen Bilder aus Aleppo gerät derzeit eine Region im Nahen Osten besonders aus dem Blick: der Gazastreifen. Rund zwei Millionen Menschen leben dort unter zumeist menschenunwürdigen Bedingungen auf engstem Raum. Und ihre Lage droht sich weiter zu verschlechtern. Grund dafür ist die jüngste diplomatische Annäherung zwischen Ankara und Jerusalem. Denn bislang hat die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan die im Gazastreifen regierende Hamas massiv unterstützt. Immer wieder hat sie sich dabei auch entschieden für ein Ende der strikten israelischen Kontrolle über das schmale Küstengebiet eingesetzt. Damit ist es nun vorbei.

Die Hamas bringt der Wegfall eines ihrer wichtigsten Bündnispartner in arge Bedrängnis. Ohnehin ist die islamistische Organisation bereits seit langem wegen ihrer Nicht-Anerkennung des Staates Israel international weitgehend isoliert, die EU und die USA stufen sie als Terrororganisation ein. Um den Verlust des Partners Türkei aufzuwiegen, wirbt die Hamas derzeit vor allem in Katar und Iran um weitere politische wie finanzielle Unterstützung. Noch ist offen, wie erfolgreich sie dabei sein wird. Fest steht aber schon jetzt, dass der Ausgang dieser Bemühungen die Zukunft der Hamas und damit des innerpalästinensischen Konflikts entscheidend beeinflussen wird.

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